Eine Analyse und Analogie der Notfallstrategien aus dem Tierreich.
Für mich ist der Blick in die Natur und ins Tierreich immer wieder aufschlussreich. Ich lerne dabei viel über unseren Schöpfer, entdecke immer wieder neue Facetten. Und so wurde ich auch kürzlich inspiriert, als ich darüber nachdachte, was es eigentlich im Tierreich für Problembewältigungsstrategien gibt. Es kamen mir drei Gattungen in den Sinn, die unterschiedlich auf Gefahr reagieren.
- Fluchttiere, die Hals über Kopf das Weite suchen.
- Tarnungskünstler, die sich verstecken oder totstellen.
- Angriffslustige, für die Angriff die beste Verteidigung ist.
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Wir sind keine Tiere und doch sehe ich Parallelen zu unseren Strategien. Und in Extremsituationen handeln auch wir im Reflex - ohne vorher Pro und Cons abzuwägen. Wir reagieren ohne darüber nachzudenken, oft sogar unbewusst. Und oft haben wir folglich keine Kontrolle darüber, wie wir reagieren.
Je nach Persönlichkeit liegt uns die eine oder andere Strategie näher, je nach Situation ist die eine oder andere erfolgreicher. Was wäre aber, wenn wir jede Strategie vom Heiligen Geist füllen lassen? Und was, wenn er uns jeweils zeigt, welche nun die richtige ist?
Strategie Tarnung
Wie ich in meinem letzten Blogpost beschrieben habe, habe ich buchstäblich die Luft angehalten, als das Leben sich von der harten Seite zeigte. Das würde ich dem Tarnungs- und Totstellungskünstler zuordnen. Wenn ich aber an den Igel denke, der sich zu einer Kugel zusammenrollt um sich vor dem heranfahrenden Auto zu schützen, finde ich seine Strategie ziemlich doof. Aber, in der Welt vor den technischen Erfindungen der Menschheit, hat seine Strategie wohl sehr gut funktioniert. Die Fische hingegen, die sich so krass tarnen, dass ich sie am Fernsehbildschirm kaum erkenne, obwohl ich weiss, dass sie da sein müssten, versetzen mich ins Staunen.
Es ist nicht zu verurteilen, wenn du dich verstecken willst. Abtauchen und sich unsichtbar-machen kann gewinnbringend sein. Die Frage ist, wohin gehst du, wenn du abtauchst? Wo versteckst du dich? Wo suchst du Schutz und Sicherheit? Da ist dieses Bild, das mich berührt hat, von dem Veronika Lohmer erzählte: Der Sturm tobt, Jesus schläft im Boot. Die Jünger sind aufgebracht. Wie wär's, wenn wir - wie ein Kind bei seiner Mama oder seinem Papa - uns in seinem Mantel oder unter seiner Decke verstecken und uns an ihn rankuscheln mitten im Sturm? Wenn wir Schutz suchen in seiner Gegenwart? Oder wie wär's, wenn wir uns in seinem Wort verbuddeln wie ein Regenwurm in der Erde und uns, umgeben von Wahrheit, vor zerstörerischen Gedanken und Lügen schützen? Oder wenn wir uns bewusst in die liebende Gemeinschaft von Menschen begeben, die Jesus nachfolgen und wie eine Herde Zebras zusammenbleiben, was ihre Angreifer total verwirrt, weil sie vor lauter Streifen die einzelnen Tiere nicht mehr auseinanderhalten können?
Strategie Flucht
Vielleicht bist du eher der Typ, der davonrennen will, wenn es gefährlich wird. Auch das kann eine erfolgreiche Strategie sein. Zum Beispiel Josef aus der Bibel ist um sein Leben gerannt, als die Frau seines Vorgesetzten ihn verführen wollte. Er hat keinen Moment gezögert, hat alles zurückgelassen und ist weggerannt. Ein anderes Beispiel für Flucht in der Bibel ist der Auszug aus Ägypten. Gott hat sein Volk aus einem System und Umfeld, das sie geprägt hat herausgeführt, weil er sie in ein anderes Leben hineinführen wollte. Weg vom Sklavendenken, hinein in ein Leben als freie Söhne und Töchter. Als dann die Feinde sie von hinten verfolgten und vor ihnen das rote Meer ihren Weg versperrte, war der einzige Weg die Flucht nach vorn. Es war Gott selbst, der den Fluchtweg frei gemacht hat.
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Ja, Flucht kann auch nur kurzfristig erfolgreich sein. Wenn wir uns z.B. in die Arbeit oder in eine Sucht flüchten. Wenn wir der Realität nicht in die Augen blicken mögen, vor Situationen oder uns selbst davonlaufen wollen und das Ziel der Flucht die Betäubung des Schmerzes ist. Flucht in eine "Scheinwelt".
Jesus sagt, dass wir jederzeit und in jeder Situation zu ihm kommen können. Es gibt nichts und niemand, der uns von seiner Liebe trennen könnte. Auch wenn wir Jesus nicht sehen, ist er real und wir können ihm in unseren Herzen begegnen. Johannes Hartl nennt diesen inneren Zufluchtsort den inneren Garten. Diesen Garten können wir pflegen, in dem wir täglich Zeit darin verbringen. Ein Bild auf die tägliche Gemeinschaft mit Jesus im Gebet. Stell dir vor, du könntest jederzeit - egal, wo du dich gerade befindest - durch eine geheime Tür an einen schönen, wundervollen Ort abhauen. Ein Ort der Ruhe, des Friedens, der Freude und der Hoffnung. Diesen Ort gibt es wirklich: Es ist dein innerer Garten. Der Ort, wo du mit Jesus Gemeinschaft hast.
Wie wär's, wenn wir diesen Garten pflegen und uns dahin flüchten, wenn wir Angst haben, uns bedroht fühlen oder nicht mehr weiterwissen?
Strategie Angriff
Und dann noch die selbstbewussten unter uns, die nicht gleich rennen oder sich verstecken, sondern ruhig stehen bleiben und sogar angreifen. Das ist ebenfalls nicht wertend gemeint, denn auch diese Strategie kann je nach Situation zielführend sein oder auch nicht. Im Tierreich sind das die "Raubtiere", wie wir sie nennen. Sie greifen Menschen meist nur an, wenn sie sich bedroht fühlen, sie verletzt sind oder wenn ihre Jungen in Gefahr sind. Und dann sind da noch die Tiere, die sich gross machen und sich angriffslustig zeigen, um den Gegner einzuschüchtern. Ihr Ziel ist es, dass der Feind es sich anders überlegt und sich aus dem Staub macht.
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Ist es bei uns Menschen nicht ähnlich? Verletzte Menschen verletzen andere. Wir werden ungehalten, wenn wir uns im Wesentlichen bedroht fühlen. Wenn wir uns unserer Triggerpunkte nicht bewusst sind, können wir mit reflexartigen, unreflektierten Reaktionen viel Schaden anrichten. Oder wir überheben uns über andere, um uns nicht unterlegen zu fühlen.
Die Bibel sagt klar, dass wir niemals gegen Fleisch und Blut - also nicht gegen Menschen - kämpfen. Wenn wir kämpfen müssen, dann nur gegen hinterlistige Angriffe in der unsichtbaren Welt: Weltanschauungen, Zeitgeister, böse Geister, finstere Mächte, die Lügen verbreiten. Sie greifen z.B. unsere Identität als Kinder Gottes an, hinterfragen die Zusagen, die Gott uns gibt und erzählen uns, wie wir leben sollten oder was wir noch brauchen, um endlich glücklich zu werden. Da braucht es immer wieder einen geraden Rücken, ein mutiges Stehen auf der Wahrheit Gottes. Wie die drei Freunde von Daniel, die sich - trotz Todesdrohungen - weigerten, ihre Knie vor dem Denkmal des Königs zu beugen. Sie waren extrem unter Druck, blieben aber mutig stehen und blieben somit ihrem Gott treu.
Als der Teufel in der Wüste Jesus angriff und ihn in die Irre leiten wollte, antwortete Jesus jedes Mal mit Wahrheiten aus der Bibel. Er hat uns gezeigt, die Bibel ist ein reicher Schatz und hat auf jede Lüge eine göttliche Antwort. Erfüllt vom Heiligen Geist können wir ruhig bleiben, wenn wir angegriffen werden und seine Wahrheit aussprechen. Wir können ruhig bleiben, weil wir wissen, dass der Gott an unserer Seite jedem Feind weit überlegen ist. Und weil er für uns kämpft, müssen wir nicht zuschlagen.
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In welchen Bewältigungsstrategien hast du dich wieder gefunden? Werde dir deiner Strategien bewusst und bring sie vor Jesus. Er wird dir darin begegnen und dich wunderbar führen.