Möglicherweise hast du alles, was du brauchst. Was nicht selten fehlt, ist der Mut es dann auch wirklich zu wagen. Wer ermutigt dich?
Wer ist die ermutigendste Person, die du kennst? Und warum? Und wer ist die am wenigsten ermutigende Person, die du kennst?
Wenn du ermutigt wirst, berührt das nicht nur irgendwie dein Herz. Es ist nicht nur ein emotionales Erlebnis. Es wirkt sich auch auf deine körperliche Gesundheit aus. Es senkt deinen Blutdruck. Alle Indikatoren für körperliche Gesundheit – was Langlebigkeit, die Fähigkeit, sich von Operationen oder Rückschlägen zu erholen, betrifft – verbessern sich, wenn man ermutigt wird.
Wir sprechen nicht genug über Ermutigung. Es ist eine der Gaben des Geistes, die in Römer 12,8 (NLB) erwähnt wird. Dort heißt es:
Wenn du die Gabe hast, andere zu ermutigen, dann mach es auch!
Wie schnell denken wir: „Na ja, ich will ihn ja nicht arrogant oder hochmütig machen. Also werde ich ihn nicht zu sehr ermutigen.“ Das Wort, das Paulus in Römer 12,8 benutzt, kann auch mit „ermahnen“ übersetzt werden. Es geht also nicht um Lobhudelei, sondern um etwas viel Grundlegenderes: Refokussierung auf Gott und sein Wort, seine Güte und Treue, damit dein Mut nicht verloren geht, Schritte ins Ungewisse zu wagen, im Glauben und Vertrauen auf einen grossen Gott.
Was Ermutigung NICHT ist
Ermutigung ist keine Schmeichelei. Es ist keine Manipulation. Es ist kein sozialer Trick, um sich beliebt zu machen. Es ist kein Ansatz, bei dem man den Leuten das sagt, was sie hören wollen, um so seinen Einfluss auf sie zu vergrößern. Es hat nichts Manipulatives an sich. Es ist keine „toxische Positivität“. Es geht nicht darum, schlechte Leistungen zu tolerieren und zu sagen: „Hey, das war stark!“, wenn es grottenschlecht war.
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Was ist Ermutigung?
Nun, hier ist eine kleine Wortstudie. Der zentrale Begriff für Ermutigung im neuen Testament ist das Substantiv „paraklesis“ und das verwandte Verb „parakaleo“. Diese Wörter sind Zusammensetzungen aus der Präposition „para“ – neben, an der Seite oder in der Gegenwart von – und „kaleo“, was „rufen“ oder „herbeirufen“ bedeutet.
Daher bedeutet „Paraklesis“ wörtlich „neben jemandem hergehen“ und umfasst Trost, Ermahnung und Fürbitte.
Jesu sprach kurz vor seinem Tod über den Heiligen Geist in Johannes 14,16f:
16 Und ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand [=parakletos] geben, der für immer bei euch bleiben soll, den Geist der Wahrheit...
Parakletos wird mit „Beistand“, „Fürsprecher“, „Tröster“ übersetzt...
Was bedeutet das konkret?
Das Ziel beim Ermutigen besteht darin, einer Person zur Seite zu stehen und sie zu begleiten.
- Ermutigung bedeutet, für die Person da zu sein.
- Ermutigung bedeutet, die Person zu trösten, zu ermahnen und an sie zu appellieren.
- Ermutigung ist ein Nebeneinandergehen.
- Ermutigung ist ein Mitgehen in dem, was die Person ist, und auch ein Vorantreiben.
Sprich: Ich möchte jemandem zur Seite stehen, um ihm zu helfen, sein volles Erlösungspotenzial in Gott zu entfalten. Und ihn dann in diesem Moment zu begleiten, um ihm zu helfen, die nächste Stufe zu erreichen.
Ermutigung befasst sich mit folgenden Fragen
- Wer ist diese Person im Reich Gottes?
- Was hat Gott für diese Person bereit, wenn sie in der Fülle dessen lebt, wozu Jesus sie geschaffen hat?
- Wo steht diese Person jetzt und wie kann ich sie zum nächsten Schritt führen?
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Ein paar Auszüge aus der Bibel über Ermutigung:
Ermutigung beim Führungswechsel: In 5. Mose 1,38 findet ein Führungswechsel statt. Mose wird von Gott aufgefordert, seinen Nachfolger Josua für seine Aufgabe zu ermutigen:
„Dein Helfer Josua, der Sohn Nuns, wird in das verheißene Land einziehen. Ermutige ihn, denn er wird Israel führen, damit es es in Besitz nimmt.“
Gott ermutigt die Hilflosen:
Die Hilflosen bestürmen dich mit ihren Bitten. Du, HERR, hörst ihr Rufen und schenkst ihnen neuen Mut.
Paulus und Barnabas ermutigen die Gläubigen in den von ihnen gegründeten Kirchen in Apostelgeschichte 14,22:
Sie stärkten und ermutigten die Gläubigen, am Glauben festzuhalten, und erklärten ihnen noch einmal, dass wir alle durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes kommen müssen.
Paulus fordert die Gläubigen zur gegenseitigen Ermutigung auf, weil Christus dafür eine Grundlage gelegt hat (1.Thessalonicher 5,9-11):
Denn Gott wollte uns nicht strafen, sondern wollte uns retten durch Jesus Christus, unseren Herrn. Er starb für uns, damit wir, ob wir nun wachen oder schlafen, mit ihm leben. Deshalb sollt ihr einander Mut machen und einer den anderen stärken, wie ihr es auch schon tut.
Die Korinther waren niedergeschlagen aufgrund der Disziplin, die Paulus ihnen auferlegen musste. Sie hatten eine ziemlich wilde Gemeinde. Ein Typ hatte eine unangebrachte Beziehung zu seiner Stiefmutter. Sie waren betrunken, wenn sie in die Gemeinde kamen. Tatsächlich sagt Paulus über ihre Zusammenkünfte: „Eure Zusammenkünfte richten mehr Schaden als Nutzen an.“ Doch dann sagt er, als er sich dem Ende seines zweiten Briefes nähert in 2. Kor 13,11:
Liebe Freunde, ich schließe meinen Brief mit diesen letzten Worten: Freut euch. Ändert euer Verhalten. Ermutigt einander. Haltet fest zusammen und habt Frieden untereinander. Dann wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein.
In Epheser 6,22 wird Paulus Tychikus zu ihnen senden. Und das ist der springende Punkt: Ein Leiter, der vor Ort erscheint, kann allein durch seine Anwesenheit Leben und Heilung bringen. Mit diesem Auftrag schicke ich ihn zu euch:
Er wird euch berichten, wie es uns geht, und wird euch ermutigen.
Paulus ermahnt die Gläubigen in Kolossäa:
Denn ich möchte, dass sie ermutigt werden und in Liebe miteinander verbunden sind. Ich wünsche mir, dass sie absolutes Vertrauen haben, weil sie das Geheimnis Gottes – das ist Christus – in seiner ganzen Größe erkennen und verstehen.
Paulus sagt hier: Nicht nur geistliche Erfahrung, nicht nur theologische Tiefe, sondern ein Herz, das ermutigt ist. Ich möchte, dass eure Herzen inmitten dessen ermutigt werden.
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Paulus schreibt Titus:
Ermutige die Menschen und weise sie zurecht, wenn es nötig ist! Niemand soll dich oder dein Wort verachten. Titus 2,15
Und der Schreiber des Hebräerbriefs:
Ermutigt einander jeden Tag, solange es »Heute« heißt, damit keiner von euch von der Sünde überlistet wird und hart wird gegen Gott! Hebräer 3,13
Wie oft? Jeden Tag! Solange es noch „heute“ heißt. Damit keiner durch die Täuschung der Sünde verhärtet wird.
- Die Sünde schleicht sich in deinen Kopf ein,
- sie bringt dein Verständnis vom Leben durcheinander,
- sie lässt dich am Charakter Gottes zweifeln.
Du brauchst Menschen, die dir zur Seite stehen und einfach sagen: „Das stimmt nicht, lass mich deinen Geist ermutigen.“
24 Lasst uns aufeinander achten und uns zur Liebe und zu guten Taten anspornen! 25 Lasst uns nicht unseren Zusammenkünften fernbleiben, wie es einigen zur Gewohnheit geworden ist, sondern ermuntert einander. Hebräer 10,24f
Du solltest die Gemeinschaft mit anderen Glaubensgeschwistern mit einer höheren Vision, einem Sinn für deine Bestimmung und gestärkt im Bewusstsein für das Reich Gottes verlassen, weil du ermutigt wurdest!
Stell dir folgende Fragen:
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Wer ging in meinem Leben neben mir her (Paraklesis) und half mir, mein volles Erlösungspotential zu entfalten?
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Wie und wo kann ich kommende Woche meine Ressourcen und meinen Einfluss zum Wohle anderer einsetzen, um sie in ihrer Identität und Bestimmung Gottes zu ermutigen?
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Wie kann ich in meinem Leben Raum schaffen, um andere in ihre göttliche Bestimmung zu führen?
Quelle: Predigt von Jon Tyson in der Kings Cross Church, London