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Da haben sich zwei gefunden

Lukas Lukas

«Habe ich das Level erreicht, auf dem mich Gott gebrauchen kann?», fragen sich die Jünger bei Jesus’ Abschied. Doch der schwärmt nur vom Heiligen Geist.

Ob ein Atheist oder ein Christ das Leben Jesu betrachtet: Dessen Lebenswandel hat nichts mit einem Normalsterblichen gemeinsam; gekennzeichnet durch eine eiserne Disziplin, faszinierender Anziehungskraft und ausserordentlicher Menschlichkeit. Wie soll Jesus sonst die Prüfungen in der Wüste bestanden, Tausende um sich gesammelt oder der Bitterkeit am Kreuz widerstanden haben?


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Auch die Jünger haben beobachtet und oft gestaunt: Jesus hat Stürme gestillt und Tote auferweckt; er hat einen klaren Stand für Gottes Sache eingenommen vor den führenden Männern des jüdischen Volkes und der römischen Besatzung. Ein wahrer Meister, ein aussergewöhnlicher Rabbi. Als Jesus dann vor seinem unausweichlichen Tod spricht, muss das den Jüngern besonders eingefahren sein: Was sollen wir tun, wenn er weg ist? Wir sind noch nicht an dem Ort, wo wir dasselbe tun können! Meister, wir brauchen doch dein Training!


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Zumindest erkennt Jesus eine Traurigkeit bei den Jüngern während seiner Abschlussrede:

Jetzt aber gehe ich zu dem, der mich gesandt hat. Keiner von euch fragt mich, wohin ich gehe, denn ihr seid voller Trauer über meine Worte. Johannes 16,6

Die Jünger waren verzweifelt. Nicht nur, weil sie ihn geliebt haben, sondern auch, weil sie sich bei Jesus sicher fühlten. Und jetzt sollten sie das Leben selber meistern.

Schwärmen für den Helfer

In solchen Momenten würde jeder irdische Meister seine grösste Weisheit auspacken, seinen Schülern nochmals das Wichtigste auf den Weg geben, damit sie in seine Fussstapfen treten können. Das tut Jesus auch, doch anders, als die Menschen es erwartet haben. Jesus spricht nicht über seine Fähigkeiten, sondern über den Heiligen Geist:

Glaubt mir, es ist wirklich das Beste für euch, wenn ich fortgehe. Denn wenn ich nicht wegginge, käme der Beistand nicht zu euch. Wenn ich jedoch fortgehe, werde ich ihn zu euch senden. Und wenn er gekommen ist, wird er die Welt überführen. Er wird den Menschen die Augen öffnen über Sünde, Gerechtigkeit und Gericht.
Johannes 16, 7-8.13

Mehr noch, Jesus schwärmt vom Heiligen Geist! Er sagt, dass es besser sei, dass der Heilige Geist mit den Jüngern wäre anstatt er selbst. Jesus erwähnt den Heiligen Geist in seiner Abschlussrede immer wieder, nennt ihn Beistand, Helfer, Tröster, Geist der Wahrheit. Die Worte von Jesus über den Heiligen Geist zeugen von einer tiefen Wertschätzung.

Jesus spricht aus Eigenerfahrung. Er hat den Heiligen Geist selbst in Anspruch genommen: Als er getauft wurde, kam der Heilige Geist auf ihn und hat ihn als Gottes Sohn bestätigt. Gott hat ihm mit dem Heiligen Geist quasi seinen Stempel aufgedrückt.

Als Jesus nach seiner Taufe betete, öffnete sich der Himmel, und der Heilige Geist kam in sichtbarer Gestalt wie eine Taube auf ihn herab. Und aus dem Himmel sprach eine Stimme: »Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Freude.« Lukas 3,21-22

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In der Wüste war Jesus erfüllt vom Heiligen Geist und hat mit dessen Hilfe den Angriffen des Feindes widerstanden.

Erfüllt vom Heiligen Geist verliess Jesus die Gegend am Jordan. Der Geist Gottes führte ihn in die Wüste, wo er sich vierzig Tage lang aufhielt. Dort war er den Versuchungen des Teufels ausgesetzt. Jesus ass nichts während dieser ganzen Zeit, und schliesslich war er sehr hungrig. Lukas 4,1-2

Als er aus der Wüste zurück nach Galiläa kam und seinen Dienst in Angriff nahm, war die Kraft des Heiligen Geistes auf ihm.

Erfüllt mit der Kraft des Geistes, kehrte Jesus nach Galiläa zurück. Lukas 4,14

Jesus und der Heilige Geist, ein Traumpaar. Der Heilige Geist hat in Jesus ein Gefäss gefunden, das sich ihm hingibt. Und Jesus hat nicht aus sich selbst gehandelt, sondern aus der Kraft des Heiligen Geistes gewirkt.

Lightning Ground Storm
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Gefässe seiner Kraft

Was bedeutet das für dich und mich?

Wie oft haben wir das Gefühl, wir müssten im Königreich Gottes etwas darstellen und etwas bewirken. Wir glauben, dass wir besonders geistlich sein müssten, quasi ein geistlicher Superman. Doch das ist ein Irrtum. Jesus hat nicht menschlich aus sich gehandelt, sondern ist selbst ein menschliches Gefäss für Gottes Kraft geworden. Wie Jesus seinen Jüngern erklärt:

Der Geist macht lebendig, menschliches Bemühen nützt nichts. Aber die Worte, die ich euch gesagt habe, sind von diesem Geist und von Leben erfüllt. Johannes 6,63

Was der Heilige Geist für Jesus war, darfst du auch für dich in Anspruch nehmen: Wenn du umkehrst, an das Werk Jesu glaubst und dich nach Gottes Willen richtest, sendet Gott seinen Heiligen Geist auf dich und bestätigt damit wie mit einem Stempel, dass du zu ihm gehörst.

Ab dann bist du ein Gefäss von Gottes Kraft. Du kannst dich mit einem Schwamm vergleichen: Selbst keine Quelle von Wasser, vermag der Schwamm sehr viel Wasser zu tragen. Alles, was er berührt, wird nass, obwohl das Wasser nicht von ihm kommt. So gibt es auch für dich nur eine Aufgabe: Lasse dich vom Heiligen Geist füllen! Er wird Menschen durch dich berühren, «nass» machen.


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Da haben sich zwei gefunden
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