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Inspiration

Sara Schneiter Sara Schneiter

Ich hab eine Leidenschaft von mir wieder ausgegraben, neu entdeckt und aus lauter Freude gleich zu meinem Jahresmotto gemacht: Kreativität. Und so dachte ich, warum nicht mal einen Inspirations-Post über Inspiration schreiben? Vielleicht inspiriert es auch dich.

Zur Zeit besuche ich einen "Online-Handlettering-Kurs" bei einem Typen, der mich unglaublich fasziniert: Einerseits sind seine Werke aus meiner Sicht der Wahnsinn. Andererseits finde ich es erstaunlich, dass er erst vor ein paar Jahren damit angefangen hat. Er hat keinen Grafiker Hintergrund, sondern hat sich einfach Schritt für Schritt weiterentwickelt. Und noch was, er ist Christ, nutzt sein Talent um Gott Ehre zu geben. Er bleibt nicht das Ausnahme-Talent, sondern er gibt seine Tricks und sein Knowhow weiter, um andere zu fördern.

In seinem Kurs beschreibt er Kreativität als einen vierstufigen Prozess. Ein Prozess, der mich auch für mein Leben inspiriert, denn ich glaube, er ist biblisch. Und so dachte ich, warum nicht mal einen Inspirations-Post über Inspiration schreiben? Vielleicht inspiriert es auch dich.


Photo by Hermes Rivera / Unsplash

Inspiration

Wir alle brauchen Inspiration. Was oder wer inspiriert dich? Oft suchen wir nach möglichst krassen Vorbildern oder Inspirationsquellen. Doch dieser Künstler forderte die Kursteilnehmer auf, ganz gewöhnliche, alltägliche und vertraute Dinge mal genau anzusehen. In dieser Übung ging es natürlich um visuelle Inspiration: Ich sass dabei in unserem Wohnzimmer und schaute mich um. Wo mein Blick hängen blieb, liess ich ihn ruhen. Und so kam es, dass ein einfacher Zettel, der auf dem Couchtisch lag zur zündenden Idee wurde. Es war erstaunlich und faszinierend, was daraus entstand. Dies ist nur eine einfache Zeichenübung. Doch es wurde mir zu einem Bild und ich möchte dir Mut machen für deinen Alltag: Öffne deine Augen. Mitten im Gewohnten. Nimm wahr. Lerne zu sehen. Zu hören. Zu schmecken. Zu riechen. Zu fühlen. Ganz gewöhnliche Dinge und ganz "normale" Menschen können sehr inspirierend sein. Immer wieder stelle ich fest, dass in den unscheinbaren Dingen Schätze verborgen sind. Also, mache auch du dich auf Schatzsuche. Und damit Inspiration nicht verloren oder wieder vergessen geht, halte sie irgendwo fest. Führe z.B., wie Emanuel Hunziker kürzlich empfohlen hat, ein Gebets-Tagebuch. Ich habe damit angefangen, Dinge, die mich im Gebet bewegen, Träume, die mich nicht mehr loslassen, Gedanken und Bilder, die Gott mir gibt, aufzuschreiben. Festzuhalten.

Heart on Paper
Photo by Brad Neathery / Unsplash

Analyse

Als zweiter Schritt in diesem Prozess, ging es beim Handlettering darum, zu schauen, wie der Buchstabe zusammengesetzt ist. Denn wie krass er auch aussieht, man kann es immer herunterbrechen auf einen gewöhnlichen Buchstaben. Hat man dies durchschaut, ist das Kunstwerk entzaubert und man kann es auch selber erstellen. Auf dein Leben übertragen: Was ist es genau, das dich in deiner Inspirationsquelle anspricht? Was macht es aus? Was macht es besonders? Schau mal genau hin. Fasse es in Worte. Frage nach. Denk darüber nach. Geh dem Rätsel auf die Spur.
Ich träume sehr selten, oder kann mich sehr selten an Träume erinnern. Aber kürzlich wälzte ich etwas in meinen Gedanken bevor ich einschlief und träumte darauf einen Traum, den ich fast zeichnen könnte, so klar nahm ich ihn wahr. Erst dachte ich, ja, das hat mich halt beschäftigt. Doch als ich wieder und wieder über diesen Traum nachdachte und mich fragte, ob Gott mir vielleicht etwas damit sagen wollte, sah ich plötzlich, was die Aussage war.

Kreieren

Hier geht es um einen Output. All die Inspiration ist dazu da, dass es etwas in uns bewirkt und wir etwas daraus machen. Dass wir aktiv werden. Denn wenn wir nur voll sind mit Inspiration und sie nirgends rausfliessen kann, werden wir bildlich gesprochen fett und schwerfällig. Du hast eine Bibelstelle, die dich inspiriert? Teile sie. Male sie. Sprich mit einem Freund darüber. Du hast ein Buch, das dich inspiriert in deinem Glauben Schritte zu tun? Starte eine Kleingruppe und vertiefe es mit anderen. In meiner Kleingruppe werde ich z.B. teilen, was mein Gebetsleben neu belebt hat und es gemeinsam mit anderen weiter entdecken.
Und wenn du stagnierst, dich orientierungslos fühlst oder du nicht weisst, was deine nächsten Schritte sind, geh zurück zu dem, was dich bereits inspiriert hat. Grabe deine göttlichen Träume wieder aus. Erinnere dich an das, was Gott schon über dir ausgesprochen hat und ergreife es neu.

Calligraphy Quotes - Creativity takes Courage 2
Photo by Alysha Rosly / Unsplash

Einen Schritt weiter gehen

Die letzte Stufe in diesem Prozess ist, etwas auszuprobieren, das du noch nie versucht hast. Nur etwas, damit du den Mut hast, es zu wagen. Es bewirkt, dass man immer etwas dazu lernt und somit wächst. Es bewirkt, dass man sich immer wieder aufmacht und man unterwegs bleibt. Das Ziel ist dabei nicht, Perfektion anzustreben, keine Fehler zu machen. Sondern einfach Neues zu wagen. Sich selbst zu erlauben Fehler zu begehen, um zu lernen. Ich weiss nicht, wie das bei dir ist, aber ich möchte eigentlich lieber keine Fehler machen. Denn dieses Zitat hat was:

Jeder Fehler erscheint unglaublich dumm, wenn andere ihn begehen.
Georg Christoph Lichtenberg

Doch Gott fordert uns nie auf, alles richtig zu machen. Er fordert uns auf, ihm zu folgen. Ihm zu vertrauen. Auf sein Wort hin zu handeln. Er gibt uns keine Garantie, dass es immer gut kommt. Dass wir immer erfolgreich sind, angenommen werden, Gunst haben und jede Hürde überwinden. Aber er sichert uns zu, dass er immer bei uns ist. Im Erfolg und im Versagen. Er bleibt der Gleiche. Seine Liebe und seine Gnade bleiben unverändert. Das ermutigt mich und spornt mich an, Neues zu wagen, ein Risiko einzugehen, Glaubensschritte zu unternehmen. Der Schlusssatz des Kursleiters hallt in mir nach:

You will learn more from your mistakes than you will ever from your successes.
Du wirst mehr aus deinen Fehlern lernen als du es je aus deinen Erfolgen wirst.
Stefan Kunz

Oder wie Emanuel Hunziker hier kürzlich schrieb: Glaube bedeutet zuallererst dumm dazustehen (siehe dazugehöriger Blogpost).

So möchte ich dir Mut zusprechen, erlaube dir Fehler zu machen. Sei bereit dumm dazustehen. Sei bereit zu lernen. Sei bereit unterwegs zu bleiben. Wage den nächsten Schritt.

Flatlay arrangement with writing pad
Photo by Diana Schröder-Bode / Unsplash

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