Was, wenn unsere Gebete unerhört bleiben? Wenn wir beten, gar über längere Zeit, doch nichts geschieht und Gott stumm zu bleiben scheint?
Pete Greig, der Gründer der 24/7 Gebetsbewegung, erzählt im Podcast mit Tyler Staton, wie er während 20 Jahren (!) für die Heilung seiner Frau gebetet hat. Und Gott hat ihm nichts geantwortet. Nichts ist geschehen. Er war verzweifelt, wütend und hat sogar überlegt, Gott loszuwerden. Doch seine Frau meinte, das mache keinen Sinn, denn ohne Gott gäbe es gar keine Hoffnung. Ihr Leiden wäre dann sinnlos.
Es ist ein Fakt, dass alle Menschen Leid durchlaufen, Menschen, die an Gott glauben, wie auch Menschen, die ihn nicht kennen. Aber Menschen, die Gott kennen, haben Hoffnung in schwierigen Zeiten. Denn für sie ist dieses Leben nicht mit dem Tod zu Ende. Sie glauben an die Auferstehung und das Leben nach dem Tod. Also, selbst, wenn das Leid in der Lebenszeit nicht aufgelöst wird, ist da die Hoffnung auf das Leben, das nachher kommt und gut sein wird. Gut ohne Ende.
Unerhörtes Gebet in der Bibel
Sogar Jesus - der Sohn Gottes - erlebte mind. 4 unerhörte Gebete: Ein Blinder wurde nicht sofort geheilt, er musste zweimal für ihn beten, bis er ganz gesund war. Im Garten Gethsemane bat er, dass er diesen leidvollen Weg nicht gehen müsse. Gott antwortete nicht darauf. Am Kreuz betete er "mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?". Stille. Und auch sein Gebet für seine Jünger und jene, die ihnen folgen, dass sie eins seien, ist bis heute noch nicht ganz erfüllt, es bleibt ein Weg. Wenn also Jesus mit unerhörtem Gebet leben konnte, müssen wir wohl auch unseren Weg damit finden. Und wenn die Bibel diese Momente nicht verschweigt, können wir nicht auch ehrlich darüber sprechen?
Photo by Julia Kadel / Unsplash
Wäre Gebet einfach ein "Herunterladen" der himmlischen Realitäten, gäbe es ein Schema X nach dem es immer funktioniert, dann sähe die Welt anders aus. Doch es ist eine Realität, dass nicht jedes Gebet erhört wird. Und das liegt nicht einfach am fehlenden Glauben der betenden Person. Es ist oft ein Kampf: Wir leben in einer Welt, die von bösen Mächten bestimmt wird. Da ist ein Feind Gottes, der daran interessiert ist, uns zu überzeugen, dass Gott nicht gut ist. Es gibt so vieles, was passiert, was Gott so nicht möchte. Ja, Jesus hat am Kreuz alles überwunden und den Sieg errungen, doch erst wenn Jesus wiederkommt, wird alles Böse, jede Krankheit, alles Leid dieser Welt endgültig zu Ende sein. Bis dahin leben wir in einem Kampf. Wir stehen im Spannungsfeld "Schon jetzt" - "Noch nicht". Wir verkünden die gute Botschaft, wir beten, dass Gottes Wille geschieht, wir widerstehen den Versuchungen. Wir erleben Gottes Eingreifen, Wunder und auch Enttäuschungen.
Was sollen wir tun in der Zeit des Wartens?
Wenn wir beten und scheinbar nichts geschieht, wenn wir warten müssen, bis sich Gottes Verheissungen erfüllen, ist entscheidend, was wir in der Zwischenzeit tun. Pete Greig gibt folgenden Rat:
- Bete weiter. Hör nicht auf zu beten, wenn nichts passiert. Entferne dich nicht von Gott. Bleib dran. Bete weiter. Jedes Gebet wird gehört. Jedes Gebet wird gesammelt. Jedes Gebet ruft: "Jesus, komm bald."
- Bleib in der Gemeinschaft. Finde Menschen, denen du vertrauen kannst in solchen verletzlichen Zeiten. Menschen, die mit dir beten, mit dir glauben, mit dir stehen.
- Wenn alles dunkel wird, bleib in dem, was du als wahr erkannt hast. Wie in einem Tunnel - geh den Weg weiter, den du eingeschlagen hast und du wirst wieder aus dem Tunnel herauskommen.
Photo by Aaron Burden / Unsplash
Und was auch hilft, ist die richtigen Fragen zu stellen. Die Frage: "Warum passiert mir das?" bringt nichts. Meistens gibt es darauf keine Antworten. Besser ist die Frage: "Wo bist du, Jesus, in dieser Situation?" Wenn wir diese Frage stellen, werden wir erleben, was Gott versprochen hat: Er wird immer bei uns sein. Wir müssen nicht alles verstehen, wir können Gott vertrauen, weil er immer bei uns ist. Wie ein Kind, das okay ist, nur weil die Eltern da sind, auch wenn es Schmerzen hat oder etwas nicht versteht. Das fällt uns Erwachsenen schwer. Das dürfen wir wieder lernen.
Tyler Staton meinte, was immer wir erleben, ist eine Einladung Gott nahe zu sein. Manchmal ist es echt schwer. Pete hat in der Situation mit seiner Frau sogar einmal gebetet: "Mir ist egal, was dein Wille ist, Herr, ich will einfach, dass meine Frau gesund wird!" Er schämte sich danach für dieses Gebet, weil er nicht wie Jesus beten konnte "nicht mein Wille, sondern dein Wille soll geschehen." Doch erstaunlicherweise hat Gott ihm einige Zeit später gesagt, dass er genau dieses Gebet geliebt habe. Weil er für seine Frau gekämpft hat.
Unerhörte Gebete sind nicht vergebens. Gott sammelt sie alle und irgendwann - spätestens, wenn er wiederkommt - kommt es zum Durchbruch. Unerhörte Gebete bedeuten nicht, dass Gott nicht gut wäre. Er ist immer gut. Er hört jedes Gebet. Halte dich an Jesus fest. Suche weiter seine Nähe. Bleib im Gespräch. Lass dich nicht isolieren. Bleib in der Gemeinschaft.
Podcast von Tyler Staton und Pete Greig über unerhörtes Gebet.