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Wie finde ich Zuversicht?

Joanna Hunziker-Merk Joanna Hunziker-Merk

Momente der Verzweiflung kennen wir alle. Aussichtslose Umstände, Herausforderungen, für die wir so schnell keine Lösung finden. Vorstellungen, die sich nicht erfüllen, egal, wie sehr wir es uns wünschen.

Sibylle Noser hat an der Ladies Lounge über die Mutter von Mose gesprochen. Eine ausweglose Situation. Schwierige Umstände, kein Ausweg. Und doch fand sie einen Weg! Anstatt Tod für ihren Sohn wurde er gerettet und wurde zum Retter für das ganze Volk! Das ist eine krasse Geschichte.

Stellst du dir manchmal auch die Frage: Wie soll das gehen? Ich glaube Jochebed, die Mutter von Mose hat sich diese Frage auch gestellt. Drei Monate konnte sie ihren Sohn verstecken, denn er hätte nach der Geburt in den Nil geworfen werden sollen. Statt ihn in den Nil zu werfen, legte sie Mose in einen Korb und liess ihn auf dem Nil schwimmen, da, wo die Tochter des Pharaos baden geht. Miriam, die Schwester von Mose beobachtete die Ereignisse und konnte sich bemerkbar machen und Jochebed als Amme vorschlagen. Ein wunderbarer Outcome in dramatischen Umständen!

Sibylle sagte, diese Geschichte ist ein Beispiel für die Liebe und Versorgung von Gott.

Wahres Gottvertrauen ist grösser als die Umstände

Jochebed rettete durch ihr Loslassen nicht nur ihren Sohn, sondern ihre Mutterschaft fand einen neuen, legitimen Platz als Amme in seinem Leben. Der Weg für Mose, seiner starken Berufung zu folgen, war geebnet – nicht trotz der Tatsache, dass seine Mutter ihn losliess – sondern gerade deshalb. Was dürfen wir daraus für uns heute, im Hier und Jetzt lernen? Sibylle sagt: Egal wie entsetzlich und unüberwindbar Situationen aussehen mögen, das Abgeben der Verzweiflung an Gott als Versorger bleibt eine siegreiche und erfüllende Haltung. Starke Worte, die herausfordern.

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Photo by Sven Vahaja / Unsplash

Wohin gehst du mit deiner Verzweiflung? In den Rückzug? In die Ohnmacht und Starre? In die Wut und suchst Schuldige? Gehst du zu Gott und erwartest sein übernatürliches Eingreifen? Was da mit Mose auf dem Nil geschah, war natürlich übernatürlich! Das wirkt Gott auch heute noch, davon bin ich überzeugt. Auch in deinen Umständen. Und manchmal bedeutet es, im Vertrauen auf Gott loszulassen.

Im Vertrauen auf Gott loslassen

Jochebed hatte gekämpft, aber sie musste ihr Kind auch loslassen. Was muss sie für Gefühle gehabt haben, als sie ihr Kind in den Schilfkorb bettete und es zum Nil trug? Und auch als sie den kleinen Jungen wieder der ägyptischen Prinzessin übergeben musste – wie war es ihr da wohl ergangen? Sie musste loslassen – keine leichte Sache!

Loslassen! Es ist ein Geschenk, dass wir unsere Kinder beim Erwachsenwerden begleiten dürfen. Das Loslassen ist ein Prozess, der bei allen läuft. Und der beginnt schon früh. Wir dürfen im Vertrauen auf Gott loslassen lernen.
Das betrifft nicht nur unsere Kinder. Es sind auch Wünsche, die sich nicht erfüllen. Vorstellungen, die nicht Realität werden. Erwartungen an das Leben und an Menschen, die Enttäuschung bringen statt Erfüllung.

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Photo by Paul Pastourmatzis / Unsplash

Ich glaube, festhalten ist einfacher als loslassen! So geht es mir. Situationen kontrollieren zu können, gibt mir Sicherheit - da hab ich es im Griff! Wenn ich ehrlich bin, habe ich es nicht im Griff. Loslassen ins Nichts ist keine Lösung, aber Loslassen und es Gott überlassen, lernen wir von Jochebed. Und von Sibylle. Gott erwartet nicht, dass wir ins Nichts springen in blindem Vertrauen! Er zeigt uns in den Geschichten der Bibel immer und immer wieder, dass er eingreift, wenn wir im Vertrauen auf ihn loslassen. Wenn wir loslassen und er mit seinem übernatürlichen Wirken ins Natürliche eingreift. In dein Leben. In deine Umstände, in deine Verzweiflung. Das habe ich erlebt. Immer wieder. Schwierige gesundheitliche Situationen, Belastungen in der Familie, Herausforderungen in der Kirche. Und jedes Mal gilt es aufs Neue, im Vertrauen auf Gott loszulassen und mit seinem Eingreifen zu rechnen.

Loslassen hat viel mit Vertrauen zu tun: Vertrauen, dass da, wo wir selber nicht mehr beschützen können, Gott beschützt. Da wo wir selber nicht mehr leiten können, Gott leitet. Da wo wir selber hilflos sind, Gott helfen kann. Wir dürfen vertrauen, dass Gott zu seinen Verheissungen steht.

Vertrauen auf Gottes Plan

Wie leicht oder schwer fällt es dir, Gott und seinem Plan zu vertrauen? In den grossen und kleinen Situationen in deinem Leben? Oder gibt es da Unterschiede? Situationen, in denen es dir leichter fällt als in anderen Bereichen? Oder suchst du so lange eigene Lösungen, bis du nicht mehr weiterkommst und dann darf Gott eingreifen und dir seinen Plan vorlegen? Das ist ganz menschlich. Gott weiss darum und bleibt entspannt. Er hat uns einen freien Willen gegeben, Entscheidungen zu treffen, Verantwortung zu übernehmen und Vertrauen und Loslassen zu lernen. Ich glaube es ist immer wieder ein Lernen, ein Leben lang. Gott wartet auf dein vertrauensvolles Ja zu seinem Plan.

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Photo by Guillaume de Germain / Unsplash

Sibylle hat das auch in ihrer persönlichen Lebensgeschichte erzählt, es ist ein Dranbleiben, ein auf Gott Schauen, ein sich Eingestehen, dass wir herausgefordert sind. Und manchmal auch bleiben.

Unsere Umstände sind alle anders. Herausgefordert sind wir alle auf unterschiedliche Weisen. Schönreden finde ich doof. Einander ermutigen, Gott darin zu suchen, auf seinen Plan zu schauen und loslassen zu lernen, das ist der Schlüssel. Das musst du nicht allein machen. Da brauchen wir einander. Dafür steht Kirche, gemeinsam mit Gott unterwegs sein, jeder Einzelne und doch gemeinsam. Einander tragen und ermutigen, sich tragen und ermutigen lassen durch Ehrlichkeit und Offenheit. Gott für seinen Plan zu vertrauen ist ein Prozess. Das war die Ladies Lounge.

Jochebed wusste nicht, zu was Gott Mose berufen hatte. Dass er das Volk der Israeliten aus der Gefangenschaft führen wird! Wir sehen rückblickend den ganzen Plan Gottes, in den schwierigen Umständen können wir das manchmal nicht erkennen. Mose musste auch durch schwierige Phasen in seinem Leben, Ups & Downs, Niederlagen und Erfolge. Gott hatte einen Plan mit ihm und eine Berufung. Und das hat er auch mit dir.

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Photo by Alex Batonisashvili / Unsplash

Im Vertrauen auf Gott kämpfen
Jochebed kämpfte für ihren Sohn. Sie gab nicht klein bei. Sie suchte Wege, wie sie ihn retten konnte. Aus Glauben hatte sie es getan.

Im Vertrauen auf Gott loslassen
Jochebed musste ihren Sohn loslassen. Als sie ihn aussetzte und als sie ihn der Prinzessin geben musste. Auch wir müssen unsere Kinder loslassen, immer wieder unsere Vorstellungen und Erwartungen an das Leben. Wir dürfen andere darin begleiten und selber darin begleitet werden. Gott schützt, leitet und begleitet. Und er steht zu seinen Verheissungen.

Vertrauen auf Gottes Plan
Weder Jochebed noch die Prinzessin wussten, was Gottes Plan mit Mose war. Aber er brauchte sie, um den Befreier seines Volkes vorzubereiten. Gott hat auch für uns und unsere Kinder gute Pläne und kann und will die Menschen um sie herum brauchen, um sie zu verwirklichen. Wir dürfen ihm vertrauen!

Und Mose ist für uns ein Hinweis auf Jesus, der unser Befreier und unser Retter geworden ist! Gottes Pläne sind oft verborgen, aber wir dürfen ihm vertrauen!

Wie finde ich Zuversicht?
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