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Jahresvorsätze ade?

Joanna Hunziker-Merk Joanna Hunziker-Merk

Drama, Psalm 1 und der Jahreswechsel als Chance für eine Standortbestimmung.

Zum Jahresstart kommen wieder die Jahresvorsätze auf den Plan - oder erst recht nicht? Hast du dir Vorsätze formuliert? Oder dich bewusst dagegen entschieden?

Mein Mann hat mich am Morgen des 1. Januars daran erinnert, was mein Vorsatz fürs 2025 war. Gut, wenn er das noch wusste, ich hatte das schon wieder vergessen - ein Jahr ist lange und viel ist passiert! Nun, mein Vorsatz war mehr ein Wunsch als ein Vorsatz, wie ich nun rückblickend feststelle. Wünsche dürfen und sollen wir formulieren. Müssen sie sich erfüllen? Das ist eine andere Sache.

Vorsätze können gut sein, um unser Verhalten zu verändern. Veränderung bedeutet Arbeit, es braucht Bereitschaft, Gewohnheiten zu überdenken und Neues einzuüben. Lernen nein zu sagen zum einen und ja zu sagen zu anderem. Das ist anstrengend und geschieht nicht von alleine. Wir alle verändern uns, ob wir wollen oder nicht. Wenn Dinge immer gleich bleiben, dann werden sie gefestigt. Sitzen tief, werden festgefahren. Auch das ist Veränderung, die wir als solche nicht wahrnehmen wollen, sondern eher unser Umfeld.

Veränderungen können uns beflügeln und neu ausrichten, uns Aufschwung verleihen. Und sie können Angst und Unsicherheiten auslösen, das Altbekannte ist oft bequemer, auch wenn es uns vielleicht nicht gut tut. Stetigkeit ist ein Wert, der uns Sicherheit gibt. Die Frage ist: Wer ist diese Stetigkeit in deinem Leben? Bist du dafür verantwortlich? Wir können versuchen, unser Umfeld und unsere Umstände zu kontrollieren, dass nichts aus den Fugen gerät. Doch wenn wir ehrlich sind, können wir weder Umfeld noch Umstände kontrollieren. Wir können lernen, darin zu stehen und unsere Stetigkeit und Standhaftigkeit trainieren.

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Photo by Krists Luhaers / Unsplash

In Psalm 1 lesen wir:

Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen..., sondern hat Lust am Gesetz des HERRN und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht! Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Und was er macht, das gerät wohl. 
Denn der HERR kennt den Weg der Gerechten, aber der Gottlosen Weg vergeht.

Ein Baum ist ein Bild für Standhaftigkeit. Und doch verändert sich ein Baum auch! Er schlägt Wurzeln, bringt Früchte, da ist Wachstum und er braucht Nährstoffe. Er verwandelt sich je nach Jahreszeit und doch bleibt er derselbe Baum.

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Photo by Maddi Bazzocco / Unsplash

Der Jahresbeginn ist immer eine Chance, kurz innezuhalten, zurück, in sich hinein und nach vorne zu schauen. Wer bin ich? Was mache mich? Wo möchte ich hin? Anders gefragt: Wo bin ich gepflanzt? Wo ist meine Quelle? Welche Früchte möchte ich bringen im neuen Jahr?

Mein Vorsatz 2025 war: No more drama. Fail. Wir hatten so viel Drama wie noch nie, würde ich rückblickend sagen. Das kann ich so annehmen und stehen lassen. Denn das Drama definiert nicht, wer ich bin, sondern es forderte mich heraus, zu lernen darin zu stehen, nein zu sagen zu gewissen Situationen, ja zu sagen zu anderen. Standhaft zu werden. An der gesunden Quelle aufzutanken. Werden wie ein Baum. Der nicht umgeweht wird, wenn es stürmt, sondern der seine Wurzeln tiefer gräbt.

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Photo by Luke Richardson / Unsplash

So ist mein Vorsatz passend fürs 2026: Lernen, mehr im Hier & Jetzt zu sein. Weniger abgelenkt, weniger multitasking (darin bin ich echt gut), mehr gegründet werden. Wie ein Baum sein, verwurzelt in Gott. Meinen Stand einnehmen. Schatten gewähren an heissen Tagen. Standhaft bleiben im Sturm.

Was sind deine Vorsätze fürs 2026?

Jahresvorsätze ade?
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