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Vom Meister lernen

Emanuel Hunziker Emanuel Hunziker

Mensch sein bedeutet, sich ständig zu verändern. Stillstand ist keine Option. Darum lautet die entscheidende Frage: Zu was für einer Art Mensch werde ich?

John Mark Comer schreibt in seinem neusten Buch Leben vom Meister lernen:

Wir werden entweder in die Liebe und Schönheit von Jesus verwandelt oder im Strudel von Sünde und Tod verunstaltet. Wir werden entweder zu Repräsentanten von Gottes heilender und befreiender Gnade oder zu Trägern der Krankheit dieser Welt. Etwas anderes zu glauben ist eine Illusion.

In gewisserweise sind wir alle süchtig. Die Frage ist nur, wonach. Die Selbsthilfebewegung der Anonymen Alkoholiker führt uns mit schonungsloser Ehrlichkeit vor Augen, wie schwach wir Menschen eigentlich sind, wie sehr wir alle auf Gnade und Gemeinschaft angewiesen sind und wie limitiert unsere Willenskraft ist.

Wir sind zu kaputt, um uns selbst wieder zusammenzuflicken. Zu verloren, um uns selbst zu finden. Wir werden im Angesicht von Überforderung gezwungen, uns mit unserer wahren Natur auseinanderzusetzen – damit, wie verdreht und verwundet wir tatsächlich sind. Und wir erkennen an dieser empfindlichen Stelle: Ich kann mich nicht selbst retten. Wir brauchen Hilfe, Kraft die von aussen kommt. Wir brauchen Gnade. Darum fordert uns Jesus auf:

Bist du müde? Ausgelaugt? Ausgebrannt durch Religion? Komm zu mir. Lass uns zusammen von hier verschwinden und du wirst dein Leben zurückgewinnen. Ich zeige dir wie man richtig zur Ruhe kommt. Folge mir und arbeite mit mir – lerne von mir wie ich es mache. Erlerne die ungezwungenen Rhythmen der Gnade. Ich werde dir nichts Schweres oder Unpassendes auferlegen. Leiste mir Gesellschaft und du wirst lernen, wie man frei und leicht lebt.
Jesus von Nazareth

Irre ich mich, oder könnte es sein, dass wir die Sache mit Jesus bisher nicht wirklich verstanden haben? Ungezwungene Rhythmen der Gnade? Frei und leicht leben? Das klingt zu schön um wahr zu sein. Wie soll das gehen? Dallas Willard formulierte es folgendermassen:

Das erste und grundlegendste, das wir tun können und müssen, ist unsere Gedanken konstant auf die Gegenwart Gottes auszurichten... Das ist das grundlegendste Geheimnis im Umgang mit unserer Seele. Unser Anteil am Training besteht darin, unsere Gedanken konstant und immer wieder aufs Neue auf IHN auszurichten.

Am Anfang dieses Trainings werden wir mit alten Gewohnheiten zu kämpfen haben, durch die wir bei anderen Dingen verweilen, als bei Gott. Doch das sind Gewohnheiten – also kein Naturgesetz wie die Schwerkraft – die veränderbar sind. Eine neue, von Gnade erfüllte Gewohnheit wird die bisherigen ersetzen, wenn wir bewusst Schritte machen, uns Gott konstant vor Augen zu halten.

Unsere Gedanken werden zunehmend zu Gott zurückkehren, wie eine Kompassnadel, die sich immer wieder in Richtung Nordpol dreht. Wenn Gott die alles überragende Sehnsucht unserer Seelen ist, wird er zum Polarstern unseres inneren Seins.

Jesus nachfolgen ist keine Realitätsflucht in ein christliches Schlaraffenland oder eine fromme Bubble wo alle lieb und nett sind. Jesus gibt uns keinen Ausweg, sondern eine Ausrüstung! Will heissen: Wer das Leben von Jesus in seiner Fülle erleben will, muss auch den Lebensstil von Jesus übernehmen.

Mehr darüber in meiner Botschaft, letzten Sonntag im Connect Zofingen.

Vom Meister lernen
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