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5 gute Fragen für eine gute Entscheidung

Emanuel Hunziker Emanuel Hunziker

Wie fälle ich eine gute Entscheidung? Gar nicht so einfach. Die Lösung? Gut gefragt ist halb entschieden. Oder so ähnlich.

Wer gute Fragen stellt, trifft bessere Entscheidungen. -Andy Stanley

Das neue Buch mit aktueller Predigtserie von Andy Stanley dreht sich um den Zusammenhang zwischen guten Fragen und guten Entscheidungen. Ob in Beziehungen, bei der Ausbildung, im Job, der Karriere, den Finanzen, der Gesundheit, den Hobbys – gute Entscheidungen sind überall gefragt. Wir entscheiden meist anhand jahrelang antrainierter Muster, die wir kaum hinterfragen.

Wenn du die richtigen Fragen stellst, sie ehrlich beantwortest und danach handelst, wirst du bessere Entscheidungen treffen und dein Leben in eine gute Richtung lenken. -Andy Stanley

Magst du dich an eine Entscheidung erinnern, die du im Nachhinein bereut hast? Finanzen, die du falsch investiert hast? Ungesunde Beziehungen, die du nicht beenden wolltest? Nahrungsmittel, die du besser nicht in diesem Ausmass konsumiert hättest? Im Nachhinein ist man immer schlauer und Lernen gehört dazu. Trotzdem entscheiden wir immer wieder Dinge, die wir später bereuen. Es gehört ein Stück weit zum Leben dazu. Andererseits ist es nie zu spät, aus alten Mustern auszubrechen.

Entscheidungen prägen Generationen

Was du entscheidest, beeinflusst auch deine Mitmenschen. Du bist nicht der Einzige, der von den Konsequenzen etwas abbekommt. Ein Teil der Entscheide, die du heute triffst, wird sich auch dann noch auf deine Nachkommen auswirken, wenn du schon lange tot bist. -Andy Stanley

Manchmal dauert es eine ganze Lebzeit, bis der Effekt einer Entscheidung zum Tragen kommt. Das Resultat oft sogar erst viele Generationen später sichtbar. Wie würden wir z.B. heute leben, wenn die Gründer der Schweizerischen Eidgenossenschaft eine Monarchie statt einer Demokratie als Staatsform gewählt hätten? Wie hätte sich wohl die Rassendiskriminierung entwickelt, wenn Martin Luther King sich entschieden hätte zu schweigen? Unzählige Entscheidungen von Menschen, die wir nicht einmal persönlich kennen, prägen bis heute unsere Gesellschaft und haben somit Einfluss auf unser Leben.

Natürlich bin ich nicht Martin Luther King und will mich auch gar nicht mit ihm vergleichen. Doch Fakt bleibt, auch meine Entscheidungen haben einen Einfluss auf die Generationen nach mir. Spätestens als meine Kinder geboren wurden, stand diese Tatsache fest. Und wie würden unsere Leben wohl aussehen, wenn unsere Eltern, Grosseltern und Urgrosseltern sich anders entschieden hätten, als sie es taten? Nicht nur, was die Zeugung ihrer Nachkommen anbelangt, sondern auch bezüglich der Wahl ihres Wohnorts, ihres Berufs und ihres Glaubenslebens. Ihre Entscheide mögen damals unspektakulär gewesen sein. Doch sie beeinflussen unser Leben bis heute.

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Photo by Tony Hand / Unsplash

Über mein Privatleben hinaus

Persönliche Entscheidungen wirken sich über unser Privatleben hinaus. Sie werden mit hoher Wahrscheinlichkeit auch eine Auswirkung auf unsere Mitmenschen haben. -Andy Stanley

Dein Leben hätte sich wohl anders entwickelt, wenn dein Vater die Finger vom Alkohol gelassen hätte. Die Kindheit deiner besten Freundin wäre so anders verlaufen, wenn ihre Mutter die Familie nicht verlassen hätte. Andererseits kann es auch sein, dass dein Vater es war, der den Fluch des Alkohols mit professioneller Hilfe besiegte, den Teufelskreis seiner Vorfahren beendete und dir eine neue Lebensgrundlage schuf. Oder es war deine Mutter, die mit Hilfe einer Fachperson eine neue Perspektive fand, um die Familie zusammenzuhalten und zu bleiben, wenn andere weggelaufen wären.

Eigenverantwortung statt Opfermentalität

Dein Leben bewegt sich in die Richtung Deiner Entscheidung. Du bist, wer du bist, aufgrund dessen, was du in der Vergangenheit entschieden hast.

Deine Entscheidung ist das Lenkrad deines Lebens. Deine Entscheidung bestimmt die Richtung und Qualität deiner Lebensgeschichte. -Andy Stanley

Diese Wahrheit ist hart umkämpft. Denn wie wir wissen, haben die Entscheide deiner Mitmenschen und Vorfahren einen gewaltigen Einfluss auf dein Leben. Doch die Art und Weise, wie du auf die Auswirkungen ihrer Entscheide reagierst, ist und bleibt deine eigene Entscheidung.

Wie Du auf unbeeinflussbare Umstände reagierst, ist deine Entscheidung. –Andy Stanley

Eine wohl durchdachte und geprüfte Reaktion auf negative Umstände, auf die du keinen Einfluss hast, bewahrt dich vor dem Fluch einer Opfermentalität.

„Ich bin ein Opfer von Umständen, anderen Menschen und negativen Zufällen und kann nicht selbst bestimmen, was in meinem Leben geschehen soll!“ So lautet die Grundaussage hinter einer Opfermentalität. -Silvan Carabin.

Das Gegenteil eines Menschen, der an einer Opfermentalität leidet, ist ein Mensch, der Verantwortung für sein Leben übernimmt und dadurch die Kraft und Stärke entwickelt, einen anderen, besseren Weg zu wählen und zu beschreiten, als die Umstände es diktieren. Ein solcher Mensch denkt:

Es gibt immer eine Lösung.

Ich stehe an dem Punkt in meinem Leben an dem ich stehe, weil ich mich so entschieden habe, wie ich mich entschieden habe.

Wenn ich Worte ausspreche, haben sie Kraft (auch wenn ich nicht schreie oder drohe).

Ich bin immer frei mich so zu entscheiden, wie ich möchte.

Nur so lässt sich erklären, dass Menschen trotz schwierigster Kindheit fähig sind, ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen, sich freizukämpfen und teilweise sogar höchst aussergewöhnliche Lebenswerke hervorzubringen. Nur so ist es möglich, dass Menschen einen anderen, besseren Weg für sich wählen, obwohl sie auf Grund dessen, was ihnen angetan wurde, allen Grund der Welt hätten, bitter, zynisch, zornig, destruktiv oder gar selbstzerstörerisch zu reagieren.

Solche Menschen fassen den Entschluss, Eigenverantwortung für ihr Leben zu übernehmen und einen anderen, besseren Weg zu wählen, als ihnen von aussen aufgezwungen wird. Sie entscheiden sich, ein Teil der Lösung zu werden, statt in der Problemzone zu verharren. Sie durchbrechen den Kreislauf der Zerstörung und des inneren Zerfalls und kreieren sich eine neue Zukunft.

In dieser Weise durchlief Nelson Mandela, inspiriert vom viktorianischen Gedicht Invictus, einen inneren Prozess, der ihn von einem Guerilla-Kämpfer zu einem Hoffnungsträger einer ganzen Nation transformierte.

Ich bin der Käpt’n meiner Seel. -William Ernest Henley

Mandela erkannte, dass Zurückschiessen, sich rächen und es dem anderen heimzahlen nicht zu einer Lösung beiträgt. Denn wir degenerieren dadurch schnell zu einer Kopie unserer Peiniger. Wir legen unserem Feind den Schreibstift in die Hand und erlauben ihm, das nächste Kapitel unserer Geschichte zu schreiben. Eine wohl überlegte Entscheidung ebnet den Weg für eine Lösung. Eine weise Entscheidung besitzt das Potential, den Teufelskreis zu durchbrechen, den Schmerz zu lindern und den Heilungsprozess in Gang zu setzen. Eine Entscheidung schafft Raum, dass sich neue innere Kraft und Stärke entfalten kann.

Innehalten und gute Fragen stellen schafft Raum für eine gute Entscheidung. Eine gute Entscheidung schafft Raum für die Entfaltung einer guten Lösung. -Andy Stanley

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Der Kluge und der Unerfahrene

König Salomon formulierte die Wichtigkeit einer weisen Entscheidung folgendermassen:

Der Kluge sieht das Unglück voraus und bringt sich in Sicherheit; ein Unerfahrener rennt mitten hinein und muss die Folgen tragen. Sprüche 27,12

Kluge Menschen leben in der Auffassung, dass alles im Leben miteinander vernetzt ist und zusammenhängt. Der Kluge ist fähig, Entscheidungen und ihre Auswirkungen in einen Zusammenhang zu bringen. Was ich heute entscheide, definiert meine Möglichkeiten und Resultate von morgen. Meine Entscheidung von heute wirkt sich auf meine Beziehungen von morgen aus. Meine gegenwärtigen Reaktionen auf Umstände bestimmen meine Zukunft. Der Kluge entscheidet nicht anhand dessen, was kurzfristig attraktiv ist, sondern fokussiert sich auf das Ziel, das er eines Tages erreichen will. Er verliert das Ziel nicht aus den Augen in seinen Beziehungen, seinem Beruf, seinen Finanzen, seiner Aus- und Weiterbildung, seinem Körper, seinem Seelen- und Glaubensleben.

Ein Unerfahrener hingegen sieht die Zusammenhänge (noch) nicht und lebt so, als habe das Heute nichts mit dem Morgen zu tun. Er hält darum auch nicht inne und denkt nicht über mögliche Konsequenzen nach. Er holt sich keinen Rat, sondern stolpert naiv durchs Leben und sieht sich früher oder später mit den unangenehmen Folgen seiner schlechten Entscheidungen konfrontiert.

Gute Fragen stellen ist lernbar

In einer gut organisierten Konsumgesellschaft sind wir es zunehmend gewohnt, alles fixfertig auf einem Silbertablett serviert zu bekommen. Die einzige Frage, die wir uns noch stellen, ist: Wo kriege ich es am schnellsten und günstigsten in der höchsten Qualität und Quantität. Doch Weisheit ist nicht online bestellbar. Die Fähigkeit gute Fragen zu stellen ist nicht kaufbar, aber lernbar! Je früher wir mit Lernen beginnen, desto besser. Wer durch Fragen stellen lernt, wie man zu guten Antworten kommt, der lernt automatisch gute Entscheidungen zu treffen.

Gute Fragen stellen ist lernbar. Gute Antworten finden auch. -Andy Stanley

Wenn Eltern immer alle Fragen ihrer Kinder beantworten ("Ich will ja nur das Beste für mein Kind"), wirkt sich das negativ auf ihre Entwicklung aus. Je früher ein Kind lernt, gute Fragen zu stellen und gute Antworten zu finden, desto besser wird seine Entscheidungsfähigkeit und -qualität ausfallen. Es ist besser einem Kind beizubringen, wie es gute Entscheidungen fällen kann, als alle Entscheidungen für das Kind zu fällen. Je älter Kinder werden, desto wichtiger und zentraler wird die Qualität ihrer Entscheidungsfähigkeit. Im Kindesalter sind die Konsequenzen einer schlechten Entscheidung meist noch nicht so tragisch und dienen als prägender Lerneffekt. Mit zunehmendem Alter werden die Konsequenzen einer schlechten Entscheidung immer einschneidender. Darum brauchen sie ein gutes Training ihrer Entscheidungskompetenz.

Je früher ein Kind lernt, gute Fragen zu stellen und gute Antworten zu finden, desto besser wird seine Entscheidungsfähigkeit und -qualität ausfallen.

Nach einer schlechten Entscheidung sagen wir nicht selten: "Ich hätte mir das besser überlegen sollen. Ich hätte die Sache mehr hinterfragen und prüfen sollen. Sprich, ich hätte mehr Fragen stellen sollen." Denn je mehr und je bessere Fragen wir stellen, desto mehr Verständnis und Information einer Sache erhalten wir und können eine breitere Entscheidungsgrundlage schaffen.

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Wenn wir uns hinterfragt fühlen

Es kann auch vorkommen, dass ich mich in gewissen Situationen regelrecht weigere, kurz inne zu halten um die wichtigen und richtig guten Fragen zu stellen. Wenn ich nämlich etwas unbedingt will, fühlen sich diese guten und wichtigen Fragen plötzlich nicht mehr so gut und hilfreich an, sondern vielmehr so, als ob sie mich als Person in Frage stellen. Ich fühle mich persönlich angegriffen und fahre instinktiv meine Schutzschilder hoch, während meine Lernbereitschaft rapide sinkt.

Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben. -Friedrich Hebbel

Psychologen wissen seit langem, dass die meisten Menschen davor zurückschrecken, eine einmal gefasste Meinung zu ändern. Nach dem Motto: Mein Bauchgefühl wird mich schon nicht täuschen. Wir Menschen haben diese Eigenart, dass wir Entscheidungen, die irgendetwas beibehalten, wesentlich seltener bereuen, als Entscheidungen, die etwas ändern. Man könnte auch sagen: Lieber belassen wir alles beim Alten, als uns auf Neues einzulassen.

Anders ausgedrückt: Die Angst, aus einer richtigen eine falsche Entscheidung zu machen, führt häufig zu einer Art Schockstarre. Der englische Philosoph Francis Bacon hat das 1620 so ausgedrückt:

Hat der menschliche Verstand einmal eine Meinung angenommen, so zieht er alles heran, um diese zu bestätigen und mit ihr zusammenzustimmen. Und selbst wenn sich für das Gegenteil mehr und weit bessere Beweise anbieten, so wird er diese mit großer und schädlicher Voreingenommenheit ignorieren, verdammen oder sie durch Spitzfindigkeiten als irrelevant betrachten, auf dass die Autorität seiner ersten Annahme ungeschmälert erhalten bleibe. -Francis Bacon

Insbesondere bei persönlichen Entscheidungen unseres Privatlebens sagen wir dann verteidigend: "Das darf und kann ich ja wohl noch selber bestimmen. Das geht ja wohl niemanden ausser mich etwas an!" Doch wie wir nun wissen, wirken sich persönliche Entscheidungen eben immer ein Stück weit auch auf unsere Mitmenschen aus. Es mag sein, dass es niemanden etwas angeht, doch nicht selten steht unsere persönliche Entscheidung in einer Verbindung mit dem Leben anderer Menschen, insbesondere den uns Nahestehenden.

Zum richtigen Zeitpunkt gestellte, gut platzierte Fragen, die das Denken anregen, führen zu besseren Entscheidungen. -Andy Stanley

Gut platzierte Fragen

Ein guter Berater wird dir nie sagen, was du zu tun hast. Ein guter Berater weiss, dass eine Erkenntnis, zu der du durch eigene Überlegungen und Lebensprozesse gekommen bist, dein Leben viel effektiver verändern wird, als seine gut gemeinten theoretischen Ratschläge von aussen. Ein guter Ratgeber ist primär ein guter Zuhörer, der dir im richtigen Moment eine gute Frage stellt. Eine Frage, die dein Denken anregt und dich für weitere Denkprozesse öffnet.

Gute Berater begleiten uns zurückhaltend, bis wir selbst am Ort der Erkenntnis angelangt sind, an dem es für uns klar und offensichtlich wird, was wir tun sollen. Gute Berater platzieren da und dort kleine Hinweise, die uns helfen, selber auf die richtige Spur zu kommen und uns weiter zu entwickeln. Wir sind viel mehr gewillt, das Richtige zu tun, wenn wir den inneren Weg bis zur Lösung selber gegangen sind. Alles, was wir dafür brauchen, sind gut platzierte, unser Denken anregende Fragen zum richtigen Zeitpunkt auf unserer Wegstrecke.

Die wenigsten von uns haben ständig einen guten Ratgeber auf Abruf, der auch noch die Engelsgeduld aufbringt zu warten, bis wir dann endlich am Punkt der Selbsterkenntnis angelangt sind. Es wäre darum sinnvoll, stets ein paar gute Fragen zur Hand zu haben, die wir uns in den entscheidenden Lebenssituationen selber stellen können. In Momenten, in denen wir nicht mehr weiter wissen, unsicher sind, frustriert vor uns hin grübeln oder schlicht und einfach feststecken. Ein kleines Set an Fragen, die unserem Entscheidungsprozess eine gewisse Struktur geben, Unnötiges herausfiltern und Wichtigem Raum schaffen. Fragen, die uns zu guten Entscheidungen führen, wenn wir sie ehrlich beantworten und dem entsprechend handeln.

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Jeder stellt schon seine eigenen Fragen

Jeder Mensch hat einen Filter, den er jeden Tag zigmal bewusst oder unbewusst einsetzt, bei grossen wie auch unbedeutend kleinen Entscheidungen. Wir fragen uns z.B. "Gefällt mir das?", "Macht es mir Spass?", "Ist es unangenehm?", "Schadet das jemand anderem?", "Wer könnte davon erfahren?" oder "Wie verhalte ich mich, wenn ich dabei ertappt werde?" Manche dieser Fragen sind hilfreich und zielführend, andere weniger. Die 5 Fragen am Ende dieses Artikels sind als Ergänzung zu unseren bestehenden Fragen gedacht und können als weitere Referenzpunkte dienen.

Das Tempo drosseln

Gute Fragen verlangsamen das Tempo unseres Entscheidungsprozesses und schaffen Raum und Zeit, um uns mit den möglichen Folgen auseinandersetzen und diese in die Entscheidungsfindung einzubeziehen. Gute Fragen sind wie eine Pause-Taste die wir drücken, um inne zu halten und unsere Leidenschaften und Wünsche, unsere Träume und Ängste, unser Wissen und Glaube miteinander in Bezug stellen und beurteilen zu können. Gute Fragen erinnern uns daran, dass alles im Leben in einem Zusammenhang steht. Wenn wir uns angewöhnen, sie ehrlich zu beantworten und danach zu handeln, werden wir solidere und durchdachtere Entscheidungen fällen, die wir später weniger bereuen müssen.

Nicht nur das eigene Leben wird durch gute Entscheidungen besser, sondern auch das Leben der Mitmenschen. Denn im Leben geht es nicht nur um uns selbst, sondern um uns alle. Schlussendlich reden wir hier über die praktische Umsetzung von dem, was die Liebe von uns fordert. Es ist die praktische Umsetzung von dem, was Jesus seinen Nachfolgern als wichtigstes Gebot weitergab:

Liebe Gott ... und deine Mitmenschen wie dich selbst. Lukas 10,27

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5 gute Fragen für eine gute Entscheidung

Folgende fünf Fragen können uns helfen, eine gute Entscheidung zu treffen.

1. Bin ich wirklich ehrlich zu mir selbst? (Integritätsfrage)

  • Bin ich wirklich ehrlich mit mir selbst, was meine (wahren) Motive angeht?
  • Du wirst dein angestrebtes Ziel nie erreichen, wenn du nicht ehrlich mit dir bist und deinen momentanen Zustand nicht beim Namen nennst.
  • Die Person, die sich am einfachsten von dir irreführen und täuschen lässt, ist die Person, die du täglich im Spiegel siehst.
  • Deine schwierigste Führungsaufgabe besteht in der Führung der Person, die dich täglich im Spiegel anschaut.

2. Welche Geschichte will ich erzählen? (Vermächtnisfrage)

  • Wenn die Entscheidung, die du gerade fällst, eine Geschichte wäre, die du erzählen möchtest, was für eine Geschichte würdest du gerne erzählen?
  • Entscheide so, dass du die Geschichte mit gesundem Stolz erzählen kannst.
  • Mach dich selbst nicht zum Schurken deiner Geschichten. Mach dich zum Helden.
  • Sei die Person, die mit Selbstbeherrschung agiert und nicht die Person, welche die Beherrschung verliert.
  • Reagiere besonnen und überlegt, das ist deine Superpower.
  • Du schreibst deine Lebensgeschichte mit jeder einzelnen Entscheidung.
  • Schreibe eine gute Geschichte.

3. Gibt es ein Spannungsfeld zu beachten? (Gewissensfrage)

  • Du stehst kurz vor einer Entscheidung und bist kurz davor abzudrücken. Alles scheint perfekt zusammenzupassen und auch alle um dich herum finden es eine gute Sache und spornen dich an. Doch irgendetwas beunruhigt dich in deinem Inneren, obwohl du nicht genau sagen kannst, was es ist.
  • Wenn das passiert, dann halte inne und schenke diesem Spannungsfeld deine Aufmerksamkeit.
  • Drücke wenn möglich die Pause-Taste und schlaf eine Nacht darüber.
  • Nimm deine Wahrnehmung dieser Spannung ernst.
  • Wie oft hast du im Nachhinein schon gesagt: Ich hatte von Anfang an ein ungutes Gefühl dabei und machte es trotzdem. Nun bereue ich es.

4. Welches Vorgehen ist weise? (Mündigkeitsfrage)

  • Welches Vorgehen ist weise, im Licht deiner bisherigen Erfahrungen, im Kontext deiner momentanen Situation und im Bezug deiner Hoffnungen und Träume?
  • Gewisse Optionen mögen zwar legal, üblich, zulässig und nicht unmoralisch sein, doch sind sie auch weise?
  • Eine Entscheidung kann "nicht falsch" und gleichzeitig "nicht weise" sein.
  • Unweise Entscheidungen bereuen wir später.
  • Dinge, die in deinem Leben komplett schiefgingen, sind nicht selten die Folge einer ganzen Reihe von unweisen Entscheidungen, die sich zu einem regelrechten Sturm zusammenbrauten. Bei genauerem Hinsehen waren diese Entscheidungen oft nicht grundsätzlich falsch oder illegal, aber in der Rückschau sehr, sehr unweise.

5. Was fordert die Liebe von mir? (Beziehungsfrage)

  • Diese Frage ist der Kompass für das Zusammenleben.
  • Diese Frage ebnet den Weg für gesunde Beziehungen, die auf gegenseitige Liebe, Annahme und Vergebung ausgelegt sind.
  • Bei dieser Frage geraten wir am ehesten in Versuchung, sie unehrlich zu beantworten, weil sie am meisten von uns abverlangt.
  • Jede Form von Scheinheiligkeit wird dadurch entlarvt.
  • Behandle deine Mitmenschen so, wie dich der himmlische Vater durch Jesus Christus behandelt.
  • Das Gebot der Liebe ist kein Gebot, das uns Jesus zusätzlich zu allen anderen Forderungen auflädt. Das Gegenteil ist der Fall: Durch das Gebot der Liebe erfüllen wir alle anderen Gebote Gottes.

Die Liebe ist geduldig und freundlich. Sie ist nicht neidisch oder überheblich, stolz oder anstößig. Die Liebe ist nicht selbstsüchtig. Sie lässt sich nicht reizen, und wenn man ihr Böses tut, trägt sie es nicht nach. Sie freut sich niemals über Ungerechtigkeit, sondern sie freut sich immer an der Wahrheit. Die Liebe erträgt alles, verliert nie den Glauben, bewahrt stets die Hoffnung und bleibt bestehen, was auch geschieht. Die Liebe wird niemals aufhören. 1.Korinther 13,4-8

5 gute Fragen für eine gute Entscheidung
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